Fragen und Antworten

Hamburg - Kiel/ Flensburg/ Westerland

Fahrplanänderungen und Zugausfälle vom 23. März bis 1. Mai 2018

Hintergrund der Baumaßnahme

Zu welchem konkreten Zweck wird in der sechswöchigen Bauphase gebaut?

Die DB Netz AG wird auf der Strecke zwischen Tornesch und Elmshorn Gleiserneuerungen durchführen. Laut der DB Netz AG erfolgt das langfristig geplante Großprojekt im Zuge der regulären Pflege und Instandhaltung der vielbefahrenen Trassen des Regional-, Fern- und Güterverkehrs. Die anstehenden Erneuerungsmaßnahmen auf einer Länge von insgesamt fast zehn Kilometern sollen einen langfristig sicheren und stabilen Verkehr auf der Infrastruktur sicherstellen und somit zukünftig den Fahrgästen der betroffenen Linien zugutekommen.

Warum wird gerade auf dieser viel befahrenen Strecke in den letzten Monaten so häufig gebaut und warum wieder über solch einen langen Zeitraum?

Der Zeitpunkt zur Durchführung von Baumaßnahmen erfolgt sehr zeitig durch die DB Netz AG und wird dann in Gesprächen festgelegt. Nach Informationen der DB Netz AG steht der enorme Anstieg von Betriebseinschränkungen durch Baumaßnahmen im Zusammenhang mit der aktuellen deutschlandweiten Instandhaltungsoffensive der Deutschen Bahn. Im Rahmen des Programmes "Zukunft Bahn" wird der Konzern in allen Bereichen die Kundenorientierung und Leistungsqualität steigern. Dazu gehört nicht zuletzt die staatlich geförderte Verjüngungskur des Netzes im Zeitraum zwischen 2015 und 2019 - ein Milliardenprogramm allein in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Der Grund für die langen Zeiträume der Bauphasen, die viele Bahnfahrer dieser Region bereits im Frühjahr und Herbst 2017 erlebten und nun erneut durchzustehen haben, liegt vor allem in der großen Zahl von Einzelmaßnahmen, wie Lärmschutz, Brücken-, Weichen oder Gleisarbeiten, die seitens DB Netz AG zeitlich und räumlich in mehrwöchigen Phasen gebündelt werden.

Detaillierte Infos zu Baumaßnahmen

Wer ist für die Planung von Baustellen verantwortlich?

Der Sonderfahrplan einer Bauphase ist das Endergebnis eines langen Abstimmungsprozesses zwischen der DB Netz AG und den betroffenen Verkehrsunternehmen im Güter-, Fern- und Nahverkehr. Die durch die Bautätigkeit ausfallenden Züge sind bereits durch die Planung der DB Netz vorgegeben - in der Regel ändern sich die Auswirkungen auf den Betrieb im Laufe des Baufortschritts mehrmals. Auf dieser Basis der somit eingeschränkten Fahrtmöglichkeiten plant das Verkehrsunternehmen für jede Phase der Baumaßnahme das größtmögliche Fahrtenangebot auf der Schiene und bei Bedarf zusätzlich Schienenersatzverkehr. Am Ende steht die Genehmigung des resultierenden Sonderfahrplans durch die DB Netz AG und im Anschluss die Veröffentlichung des Fahrplanes in den Auskunftsmedien. Gerade bei komplexen und gebündelten Baumaßnahmen ist dieser Prozess langwierig und oft mit kurzfristigen Planungsänderungen verbunden. Dies ist der Hintergrund für die häufige Komplexität von Sonderfahrplänen und die leider gelegentlich recht kurzfristige Veröffentlichung von Fahrplaninformationen.

Wieso fallen mehr Züge der nordbahn aus als andere Fahrten, wie z.B. Regional-Expressverbindungen?

Welche Züge wann durch einen Bauabschnitt fahren dürfen, werden in den Gesprächen mit allen Beteiligten im Rahmen der Baustellenplanung festgelegt. Hierbei sind Regionalbahnen (RB), wie die nordbahn, teilweise stärker von Streichungen betroffen als Zuggattungen die weniger Zwischenhalte bedienen (RE, ICE, Expressgüterverkehr) und somit die knappen Durchfahrtzeiträume weniger in Anspruch nehmen. Auch sind Baustellenverkehre anfälliger für Störungen des geplanten Betriebsablaufes. In solchen Fällen kann es zu zusätzlichen Verzögerungen in der Betriebsdurchführung kommen, wenn die DB Netz nach den Dispositionsregeln entscheidet, dass andere Zuggattungen aufgrund der rechtlichen Vorgaben, die dieselbe Strecke nutzen außerplanmäßig vorgelassen werden müssen.

Wie wird der Sonderfahrplan miteinander abgestimmt?

Das eingeschränkte Fahrplanangebot während der Baumaßnahme wird in den intensiven Gesprächen für die Verkehrsunternehmen festgelegt. Mit parallel verkehrenden Unternehmen auf dem betroffenen Abschnitt stehen wir jedoch im partnerschaftlichen Austausch bei der Vorbereitung und stimmen uns bezüglich des Busersatzverkehrs und der Fahrplaninformation eng ab.

Warum fallen Züge aus, wenn zwischen Pinneberg und Elmshorn gebaut wird?

Da die Anzahl der Zugfahrten, die innerhalb einer Stunde zwischen Elmshorn und Hamburg verkehren können, während der Baumaßnahme stark eingeschränkt ist, leitet die DB Netz möglichst viele Verbindungen dieses Abschnittes auf alternative Routen um. So führen einige Fahrten des Fern- und Güterverkehrs in diesem Zeitraum ausnahmsweise über die Trasse zwischen Neumünster und Bad Oldesloe. Dafür mussten einige Fahrten gestrichen werden. Zusätzlich können durch den veränderten Umlaufplan die Fahrten der Hauptverkehrszeit nicht wie sonst in doppelter Kapazität gefahren werden.

Können in den Hauptverkehrszeiten nicht längere Züge eingesetzt werden, um das entfallende Sitzplatzangebot der ausfallenden Verbindungen zu kompensieren?

Für die Bereitstellung von Kapazitäten ist neben den Bahnsteiglängen auch der betriebliche Kreislauf aller verfügbaren Fahrzeuge - die sogenannte Umlaufplanung - ein zu berücksichtigender Faktor. In der Betriebsplanung wird innerhalb dieser Rahmenbedingungen alles daran gesetzt, bei eingeschränktem Fahrplan die maximal möglichen Kapazitäten auf die Schiene zu bringen.

Wie wird das Angebot der Ersatzbusse festgelegt?

Der Fahrplan der Ersatzbusse (SEV) wurde bei der aktuellen Baumaßnahme in Abstimmung mit der nordbahn dem Betreiber der Linien RB61 und RB71 des betroffenen Abschnittes, abgestimmt. Die Busverbindungen zwischen Elmshorn und Pinneberg ohne Zwischenhalt werden durch DB Regio bereitgestellt, alle Busse, die Zwischenhalte bedienen, werden durch die nordbahn organisiert. Basis für die Planung ist die erwartete Nachfrage nach SEV in Anbetracht des verbleibenden Zugangebotes sowie weiterer in Frage kommender Reisealternativen. Wir werden die Nachfrage zu Beginn der Baumaßnahme auswerten und bei Bedarf das SEV-Angebot in Absprache mit der nordbahn anpassen. In den Hauptverkehrszeiten ist das Busangebot auf diesen Strecken durch die Aufnahmefähigkeit der Bus-Umsteigeanlagen und den dort parallel stattfindenden Linienverkehr beschränkt.

Warum fahren die Busse nicht bis nach Hamburg?

Zwischen Pinneberg - Hamburg bestehen während der Bauphase Reisealternativen mit der S-Bahn (S3) und den verbleibenden Zugverbindungen. Ein Busersatzverkehr würde auf diesem Linienabschnitt angesichts der hohen Verkehrsdichte im Hamburger Stadtgebiet längere Reisezeiten bedeuten und wird hier deshalb nicht eingerichtet.

Informationen zum Angebot

Wo finde ich die gültigen Fahrtzeiten der Züge während der Baumaßnahme?

Informationen bietet die DB über verschiedene Kanäle an: App "Bauarbeiten", m.bahn.de, in der DB Navigator-App, in der DB Streckenagent-App, bahn.de/reiseauskunft, bahn.de/bauarbeiten, sowie über die Kundenhotline 01806 996633 (20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf). Außerdem gibt es Hinweise vom Zugpersonal sowie Ansagen und Aushänge in den Bahnhöfen.

Da es möglich ist, dass uns von der DB Netz AG weitere Änderungen kurzfristig mitgeteilt werden, empfehlen wir Ihnen, während der Bauphase Ihre Verbindung in den oben genannten Medien vorab online zu prüfen.

Wo finde ich den Fahrplan der Ersatzbusse?

Die Verbindungsauskünfte und Apps der DB, der NAH.SH und des HVV zeigen die Busverbindungen an. Bitte achten Sie auf die Verkehrshinweise, da einige Busse in den Zeiträumen vom 23. bis 29. März, 18. bis 20. April sowie vom 23.bis 27. April 2018 nicht fahren, da in dieser Zeit zusätzliche Zugfahrten angeboten werden können.

Hier finden Sie den gemeinsamen Busersatzfahrplan der DB Regio und der nordbahn (PDF, 775.65KB)

Wo fahren die Ersatzbusse ab?

Sie finden an jedem Bahnhof eine Wegeleitung zu der Ersatzbushaltestelle sowie in den Stationsvitrinen einen Lageplan, in dem die Ersatzbushaltestelle mit dem bekannten Replacement-Zeichen eingezeichnet ist.

Elmshorn: ZOB am Bahnhof Bussteig D
Tornesch: Bushaltestelle am Bahnhofsvorplatz
Prisdorf: Bushaltestelle an der Hauptstraße am Bahnhof
Pinneberg: ZOB am Bahnhof Neumünster: ZOB, Bussteig H

Wird es Ansprechpartner vor Ort am Bahnsteig geben, die mir Auskunft geben können, wann was fährt?

An den Umsteigestationen Elmshorn und Pinneberg werden Reisendenlenker im Einsatz sein, die Auskunft über den Fahrplan von Zügen und Ersatzbussen geben. Vor Ort finden Sie diese Fahrplaninformationen zudem in den Stationsvitrinen an den Ersatzbushaltestellen.

Was ist bei der Mitnahme von Fahrrädern zu beachten?

Während der Bauzeit können leider nur begrenzte Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden, sodass sich die Fahrgäste in den Hauptverkehrszeiten leider auf sehr volle Züge einstellen müssen. Die Mitnahme von Fahrrädern kann deswegen nicht sichergestellt werden. In den Ersatzbussen ist die Fahrradmitnahme leider generell ausgeschlossen.

Sind Reisen in großen Gruppen möglich?

Generell gilt die Regel, dass sich Gruppen ab einer Größe von 20 Personen anmelden müssen. Während der intensiven sechswöchigen Bauphase lehnen wir allerdings jede Gruppenanmeldung ab, da aufgrund begrenzter Kapazitäten die Mitnahme von großen Gruppen insbesondere in den Hauptverkehrszeiten nicht garantiert werden kann.

Gibt es Besonderheiten für mobilitätseingeschränkte Reisende?

Da aufgrund der begrenzten Kapazitäten eine Mitnahme nicht garantiert werden kann, ist es wichtig, dass sich mobilitätseingeschränkte Reisende, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, vor Fahrtantritt anmelden. Die Mobilitätsservice-Zentrale ist über folgende Kontaktdaten täglich von 6 bis 22 Uhr für Sie erreichbar: 0180 6 512 512 (20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf)

Welche Ansprüche haben Kunden bei Verspätungen und Ausfällen?

Während der rund sechswöchigen Bauphase gelten die veröffentlichten Sonderfahrpläne als Regelfahrplan. Sollte es auf der Basis dieses Sonderfahrplans zu Verspätungen oder Ausfällen kommen, können Sie Ihre Ansprüche über die Kundengarantien oder die Fahrgastrechte geltend machen.

Welche alternativen Routen im ÖPNV gibt es auf diesem Abschnitt neben dem Busersatzverkehr?

Reisende aus Kiel mit dem Fahrtziel Hamburg können alternativ mit der RE 83 oder der RB 84 bis nach Lübeck fahren und dort in den RE 80 oder RE 8 mit Ziel Hamburg Hbf umsteigen.

Reisende von Elmshorn in Richtung Hamburg können alternativ ab Elmshorn die A3 bis Henstedt-Ulzburg nutzen. Von dort aus fährt die A1 bis zu der Station Eidelstedt. Ab Eidelstedt haben Sie Anschluss an die S-Bahnen in Richtung Pinneberg und Hamburg. Bitte beachten Sie, dass die Ausweichrouten eine längere Reisezeit mit sich bringen. Sollten Sie eine Abokarte besitzen, wird diese auf den Ausweichrouten offiziell anerkannt.

Fährt ab Anfang Mai alles planmäßig? Sind dann die Baustellen vorbei? Was erwartet uns noch?

Nach Ende der rund sechswöchigen Bauphase wird es weitere Baumaßnahmen geben. Die konkreten Planungen werden wir sobald wie möglich auf unseren Kanälen wie (bahn.de, DB Navigator usw.) bekannt geben.